Pt.Konferenz 2019: Große Quartiere

3. Dezember 2019 im Gebäude Super-C

Blumen Urheberrecht: Schmitter  

Pt.Konferenz zum Thema Große Quartiere (Programmheft der Konferenz Große Quartiere zum download) richtet den Blick auf wissenschaftliche Konzepte und Praxiserfahrungen, um Stadt wieder im großen Maßstab zu planen. Zahlreiche Städte in Deutschland erhalten Zu­lauf. Beständig wachsende Städte erfahren einen regelrechten Wachstumsdruck, einst sta­gnierende oder schrumpfende Städte verzeichnen eine Trendumkehr. Eine Vielzahl großer und mittlerer Städte in Deutschland entwickeln aktuell neue Stadtteile an ihren Rändern in der Dimension von 60 bis 600 Hektar. Damit sollen mittel- und langfristig Flächen für neu­en Wohnraum bereitgestellt werden, davon ein relevanter Anteil bezahlbarer und geförderter Wohnraum. Die städtischen Zielsetzungen für die neuen Stadtteile sind dabei vielerorts über­aus ehrgeizig formuliert.

Die bisher zumeist kleineren Flächen, welche in den letzten zwei Jahrzehnten entwickelt wur­den, konnten von einem inkrementellen Lernprozess über einen längeren Zeitraum profitieren. Nun ist ein Maßstabssprung zu bewältigen. Dabei greifen bereits in frühen Planungspha­sen vier Prozessebenen ineinander, welche in den Städten zwar an bestehende Erfahrungen und Ansprüche anknüpfen können, im größeren Maßstab jedoch neue planerische Ansätze erfordern: Baulandentwicklung, die Entwicklung städtebaulicher Konzepte, politische Ent­scheidungsfindung und Kommunikation sowie die Konzeption von Betreiber- und Nutzungs­modellen. Die Konferenz nimmt diese vier Prozessebenen sowie die dazwischen liegenden Schnittstellen und Spannungslinien in den Blick.

 

Dokumentation

 
 

Präsentationen der Referentinnen und Referenten

Keynotes

 
Quartier hoch vier Urheberrecht: Schmitter

Prof. Dr. Markus Hesse: Urban expansion re-visited
My keynote revisits current processes of urban expansion, focusing on a broad range of large-scale projects for housing and other purposes. These processes are, firstly, due to horizontal growth, as they spread across inner-city areas toward the urban fringes (and vice versa). Secondly, vertical forms of expansion have integrated urban regions in the dynamics of internationalisation and financialisation.

 
 
Quartier hoch vier

Drs. Desirée Uitzetter : How the Netherlands deal with 1 million new houses?
In her field of expertise, regional development, public and private interests are combined in order to help develop pro-jects and regions in a sustainable manner. In light of the cur­rent demand of affordable housing her plea to promote clear goals and cooperation in order to cover these needs is as relevant as ever before.

 
 


Perspektive 1: Baulandentwicklung | Fallstudie München Nordosten

 
no pic Urheberrecht: Schmitter

Prof. Dr. Thomas Hartmann
Die Baulandkommission der Bundesregierung empfiehlt eine aktive Bodenpolitik für die Kommunen. Diese wird im Gegen­satz zu der eher passiven Bodenpolitik in Deutschland dabei häufig als effizienter und effektiver angesehen und erscheint gerade für große Quartiere attraktiv. Was bedeutet eine Ver­schiebung von einer passiven zu einer aktiven Bodenpolitik auf lokaler Ebene? Erfahrungen aus deutschen Nachbarlän­dern werden als Referenzen herangezogen. Linksammlung

 
 
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Stephan Reiß-Schmidt
Anhaltendes Einwohnerwachstum, knappe Flächen, hohe Boden- und Mietpreise, Kontroversen um Bewahren oder Verändern in der Stadtgesellschaft: das sind die Heraus­forderungen für die Entwicklung eines neuen Stadtteils im Nordosten Münchens. Die Fallstudie spannt den Bogen von langfristigen Strategien der (räumlichen) Entwicklung und Wohnungsversorgung bis hin zu Planungsprozess und Struk­turkonzepten für das große Quartier. Präsentation

 
 
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Ruth Büchele
Die Landeshauptstadt München hat sich neue Hand- lungsspielräume geschaffen. Sie steht jedoch vor der Herausforderung die PartnerInnen von der gemeinsamen Umsetzung zu überzeugen. Die Fallstudie Münchner Nordosten positioniert sich dort, wo in einem Bereich zwischen der in München etablierten SoBoN und den Regularien des besonderen Städtebaurechts neu über eine Verteilung von Lasten und Erlösen diskutiert werden muss – mit dem Ziel einer Einigung. Präsentation

 


Perspektive 2: Städtebauliche Konzepte | Fallstudie Konstanz Hafner

 
no pic Urheberrecht: Schmitter

Prof. Dr. Stefan Kurath
Der Architektur die Stadt hinzufügen. Spätestens der Konsens einer Nicht-Planbarkeit von Stadt in den 1990er Jahren hat zu einem zusammenhangslosen Insel- urbanismus geführt, der zu Defiziten in der übergeord- neten Langsamverkehr/ÖV-Erschließung, Grünraum- vernetzung, Versorgung durch Naherholungsgebiete, etc. geführt hat. Im Zusammenhang mit einer Innenentwicklung gilt es diese Defizite zu beheben, indem der Architektur die Stadt (wieder) hinzugefügt wird.

 
 
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Karl Langensteiner-Schönborn, Lukas Esper
Die Stadt Konstanz möchte mit dem Hafner Konstanz ein bezahlbares, spekulationsfreies und gemeinwohlorien- tieres Quartier entwickeln. Verbunden mit den planer- ischen Qualitätszielen eines klimagerechten, kleinteiligen, flexiblen und nutzungsgemischten Quartiers mit hohen Ausstattungsstandards ergeben sich so eine Vielzahl von hohen Ansprüchen an den Planungsprozess und das städtebauliche Konzept sowie an die querschnittsorien- tierte Zusammenarbeit aller Akteure. Präsentation

 
 
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Yoo Na Ho
Das räumliche Konzept für Hafner bietet eine stabile Grundlage für eine langfristige, anpassungsfähige Entwicklung. Umgeben von Grünkorridoren bilden sich klar identifizierbare Quartiere. Ein grünes Band fungiert als zentrales identitätsstiftendes Begegnungsrückgrat und verbindet die neuen mit bestehenden Quartieren. Aus einer traditionellen entwickeln sich neue Lebensformen der Wohn-Arbeitsmodi sowie der zukunftsorientierten Mobilität und Produktion. Präsentation

 
 


Perspektive 3: Politische Entscheidungsfindung und Kommunikation

 
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Dr. Joëlle Zimmerli
Komplexe Entwicklungen müssen auf Prozessen mit gemeinsamen Spielregeln aufbauen und eine vertiefte Auseinandersetzung mit quartierrelevanten Entwicklungen und Infrastrukturen zulassen. Nehmen Behörden und Planer zu früh zu viele Entscheidungen vorweg, wird verhindert, dass lange Planungsprozesse auf veränderte Rahmenbedingungen und die Bedürfnisse künftiger Generationen eingehen können. Präsentation

 
 
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Ulf Gerlach
Das Stadtentwicklungsprojekt „Stadt weiterbauen im Blankenburger Süden“ in Berlin könnte eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Deutschlands werden. Aufgrund der Vielzahl an Raumwiderständen wie auch Betroffenheiten vor Ort ist der bisherige Untersuchungs- und Planungsprozess aber durch einen weiterhin anhaltenden Zuwachs an Komplexität wie auch Widerständen gekennzeichnet, der ggf. auf strukturelle Grenzen von Beteiligung verweist. Präsentation

 


Perspektive 4: Betreiber und Nutzer | Fallstudie Wien Seestadt Aspern

 
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Prof. Dr. Ingrid Breckner
Der Vortrag stellt Erkenntnisse zum Fallbeispiel Wien Seestadt Aspern zur Diskussion. Sie basieren auf meiner Tätigkeit im Aspern-Beirat sowie auf Erfahrungen mit Seestadt-Projekten im Rahmen der IBA Wien. In diesen Prozessen zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Betreiber wie Nutzer des neuen Stadtteils ihre jeweiligen Quartierseffekte reflektieren und auf dieser Grundlage sachgerechte Handlungsperspektiven entwickeln. Präsentation

 
 
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Philipp Fleischmann
Wie kommt es dazu, dass die Stadt Wien eine U-Bahn-Linie in die Felder am östlichen Stadtrand gebaut hat? Was tun, um dort „Stadt“ zu bauen, das heißt nicht nur Wohnsiedlungen, sondern voll funktionsfähige Stadtteile, mit Geschäften, Lokalen etc.? Wieviel Mischung ist realistisch, wieviel Konzentration ist notwendig? Was ist planbar, und wie sichert man Räume für Nutzungen, die nicht lang im Vorhinein planbar sind? Präsentation

 
 
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Peter Hinterkörner
Das größte Stadtentwicklungsprojekt Wiens hat in vielen Bereichen beispielhafte Wege der Quartiersentwicklung beschritten. In den letzten Jahren wurden deren Wirksam- keit und Erfolg zunehmend sichtbar und anerkannt. Der Kurzvortrag fokussiert die Themenfelder „Stadtteil- mobilität“, „öffentlicher Raum“, „Nutzungsmischung“ und „Wohnformen“. Er soll verdeutlichen, dass für die Entwicklung neuer Stadtquartiere interdisziplinäre Arbeit und integriertes Denken unabdingbar ist. Präsentation